Veranstaltungen werden wegen des Coronavirus abgesagt.

Corona und die Veranstaltungsbranche: Was können Betroffene tun?

Not macht erfinderisch! Und da alle im selben Boot sitzen, treffen kreative Ideen leicht auf Begeisterung und finanzielle Notsituationen auf Verständnis und solidarische Hilfsbereitschaft.

- 26 März 2020 -

Mit etwas Aufwand lässt sich das Unglück vielleicht ein bisschen mindern
Mit etwas Aufwand lässt sich das Unglück vielleicht ein bisschen mindern (Foto: Unsplash)

Corona und die Veranstaltungsbranche: Was können Betroffene tun?

Veranstaltungen werden wegen des Coronavirus abgesagt. Diese Zeit stellt für alle eine besondere Herausforderung dar. Viele müssen ihre tägliche Arbeit niederlegen, können ihren gewohnten Beruf nicht ausüben und leiden finanzielle Not, die nicht selten eine existenzielle Bedrohung darstellt.

Weil es sich um ein globales Problem handelt, gibt es bereits viele Lösungsansätze und Ideen, wie man die Auswirkungen dieser Krise abfedern kann. 

Neben der Bereitstellung von Hilfspaketen und besonderen Angeboten bilden sich viele Netzwerke und Projekte für gegenseitige Hilfe. 

Aus diesem aktuellen Anlass finden Sie hier eine Sammlung an Informationen, die sich an verschiedene Betroffene aus der Veranstaltungsbranche richtet.

 

Was kann man jetzt tun? 

Am besten nicht sofort den Kopf in den Sand stecken. 

Not macht erfinderisch! Und da alle im selben Boot sitzen, treffen kreative Ideen leicht auf Begeisterung und finanzielle Notsituationen auf Verständnis und solidarische Hilfsbereitschaft.

1. Was kann man als Veranstalter tun?

Rufen Sie Ihre Kunden dazu auf, gekaufte Karten für verschobene Veranstaltungen nicht zu stornieren, sondern den Ersatztermin abzuwarten. 

Genauso hilft es, - wenn möglich - Künstlern ihre Honorare für verschobene Veranstaltungen bereits jetzt zu zahlen, die dann zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

 Planen Sie Ersatzveranstaltungen für das Folgejahr sowie neue Veranstaltungen, die weit genug in der Zukunft liegen, etwa Events zu Weihnachten oder für das Jahr 2021. Diese Veranstaltungen können dann etwas größer ausfallen. Es kann davon ausgegangen werden, dass Veranstaltungen nach Ende dieser Krise stärker wertgeschätzt werden.

 

Veranstaltungen in den digitalen Raum verlegen

 Derzeit werden Veranstaltungen im großen Stil abgesagt. Einige davon lassen sich jedoch auch in den digitalen Raum verlegen. Dies verändert zweifellos ihren Charakter, bietet jedoch auch neue Möglichkeiten, wie etwa eine höhere Teilnehmerzahl.

Sofern möglich, sollten Sie versuchen, Ihr Programm in digitaler Form anzubieten. Beraten Sie sich am besten zuerst mit allen Akteuren über vorhandene Möglichkeiten. Ein mögliches Format ist ein digitaler Channel. Das Material dafür lässt sich etwa mithilfe eines Filmteams produzieren.

Höchstwahrscheinlich deckt die Digitalisierung Ihres Programms nicht die Kosten, selbst wenn Sie für die digitale Teilnahme eine Gebühr erheben. Daher sollten Sie die staatliche Unterstützung beantragen, die Ihnen zur Verfügung steht. Die entsprechenden Informationen dazu haben wir am Ende des Blogartikels für Sie zusammengestellt.

Eine digitale Lösung für Veranstaltungen ist allerdings eine gute Möglichkeit, um sinnvoll weiterzuarbeiten. Sie erhöht die Kundenbindung und hilft Ihrem Unternehmen, sich nach dem Ende der Krise nicht wieder ganz neu unter Beweis stellen zu müssen. Als Werbemaßnahme steht dies für Kundenfreundlichkeit, Anpassungsfähigkeit, Modernität und vor allem: Verlässlichkeit. Sowohl Ihre Kunden als auch Ihre Mitarbeiter werden Ihnen das hoch anrechnen.

Lösungen erfinden
(Foto: Pixabay)

2. Was können Soloselbstständige in der Krise tun?

Der folgende ist zwar ein viel gehörter Satz und dennoch angebracht: Man sollte das Beste aus der Situation machen. Sie wollten schon lange Ihren Online-Channel ausbauen? Jetzt ist der Moment! Als Künstler, Speaker oder Coach ist es ratsam, jetzt auf Online-Auftritte umzusteigen. Im Zweifelsfall dient Ihnen das als Werbemittel für Ihren Webauftritt.

Also investieren Sie Ihre freie Zeit in das Produzieren von Podcasts, Livestreams und Videoauftritten während Sie staatliche Hilfe zur Finanzierung in Anspruch nehmen. Entsprechende Informationen zur stattlichen Hilfe finden Sie weiter unten.

Eventfinder hat auf seiner Seite einen Livestreamfinder gestartet. Dieser informiert wie eine Fernsehzeitung, zu welcher Zeit welcher Livestream stattfindet. Künstler können die Seite kostenlos für einenn eigenen Livestream nutzen. So können Zuschauer*innen ein abwechslungsreiches Programm von zu Hause aus genießen und die Künstler müssen keine eigene Seite erstellen.

digitale Meetings
(Foto: Pixabay)

3. Was kann man als Redner, Coach oder Moderator tun?

Sprechen Sie über aktuelle Themen. Vernetzen Sie sich innerhalb der Branche! Vielleicht kann man gemeinsame Skype-Konferenzen als Talkshows inszenieren oder eine Skype Beratung anbieten, um Präsenz zu zeigen und den Eindruck zu vermitteln, auch in Krisenzeiten mit dem eigenen Service weiterhin für Andere da zu sein. 

Eine gute Webcam für Videoproduktion und Livestream bekommt man ab rund 100 €.


4. Was kann man als Künstler tun?

Wenn Sie Musik machen, ist jetzt die Zeit für Videos von Hauskonzerten, ob Livestream (s.2.) oder als Video für YouTube und Ihre Künstlerwebsite, spielt dabei keine Rolle. Arbeiten Sie an neuen Stücken, nehmen Sie Aufnahmen auf, wenn es möglich ist.

Ähnliches gilt für Tänzer, Akrobaten, Komödianten, Artisten, Zauberkünstler, usw.

Arbeiten Sie an neuen Konzepten, Ideen, Shows und bereiten Sie damit neue Darbietungen vor für die Zeit nach der Krise. Arbeiten auch Sie an Ihrer Website, Foto- und Videomaterial.

Einige Apps, Tools und Tutorials und Learning-Lessons für Onlinevermarktung werden aus aktuellem Anlass gerade kostenfrei angeboten, so zum Beispiel die Adobe Creative Cloud, in der unter anderem auch ein Programm für professionelle Videobearbeitung enthalten ist. Facebook will Bargeldzuschüsse, Anzeigenkredite und Werbeguthaben für kleine Unternehmen bereitstellen und bietet aktuell schon Tutorials an, um Onlinepräsenz und Marketingkompetenzen zu erlernen.

Tür mit Fragezeichen
(Foto: Pixabay)

5. Was kann man als Locationbetreiber tun?

Es ist anzuraten, gemeinsam mit dem Vermieter mögliche Lösungswege auszuloten: Möglicherweise lassen sich Mietzinszahlungen stunden oder eine vorübergehende Mietreduzierung vornehmen. Umfangreiche Informationen über die Rechte von Selbstständigen und Gewerbetreibenden gegenüber ihrem Vermieter finden Sie hier.

Ein Merkblatt mit allen Kontaktstellen und Informationen für Hamburg finden Sie hier.

6. Gastronomie und Eventveranstalter

Rufen Sie Ihre Kunden zu Solidaritätsaktionen auf! Bieten Sie Ihren Stammkunden eine Unterstützungsmöglichkeit an. Schließlich liegt es auch in deren Interesse, dass Ihre Location weiterhin bestehen kann. Bieten Sie Gutscheine zum Verkauf an, die später eingelöst werden können. So können Sie etwas verkaufen, nur dass Bezahlvorgang und Einlösen zeitversetzt sind und Sie damit jetzt bereits Umsatz generieren.

(Foto: Pixabay)

7. Hilfsangebote für die Veranstaltungsbranche

Für alle finanziell Geschädigten und diejenigen, die es aller Voraussicht nach sein werden, gilt:

Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zu Ihrem Steuerberater oder Finanzamt auf!

Unternehmen, die durch das Coronavirus in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, können zur Entlastung verschiedene steuerliche Hilfsangebote der Finanzämter nutzen.

Mögliche Maßnahmen können sein:

  • Herabsetzung oder Aussetzung laufender Vorauszahlungen zur Einkommenssteuer bzw. Körperschaftssteuer auf Antrag
  • Stundung fälliger Steuerzahlungen
  • Erlass von Säumniszuschlägen
  • Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen


7.1.1 Hilfe zur Selbsthilfe

Die Seite https://2gather.jetzt/ bietet eine Plattform für Zusammenhalt in Krisenzeiten. Es handelt sich um eine unkommerzielle Selbsthilfe-Plattform, die Austausch mit Experten und wirtschaftlich Betroffenen ermöglicht. Auf dieser Infoseite finden sich Informationen für Freiberufler*innen und kleine Unternehmen. 


7.2 Hotlines

Zum Schluss noch ein paar allgemeine Hotlines, um individuelle Fragen persönlich mit entsprechenden Experten besprechen zu können.

Wir hoffen sehr, dass Sie und wir diese Krise gemeinsam gut überstehen werden. Dabei wünschen wir Ihnen viel Kraft, Ausdauer, starke Nerven und Mut, um gegebenenfalls etwas Neues auszuprobieren, einen abgewandelten Geschäftsweg für diese Zeiten zu finden. Nutzen Sie die Zeit, so gut es geht und passen Sie auf Ihre Gesundheit auf. Wir freuen uns, nach dieser harten Zeit wieder zueinander zu finden und gemeinsam wieder in unser gewohntes Business einsteigen können.

 

7.2.1 Regionale Hotlines und Hilfswebsites für Betroffene der Kreativ- und Kulturwirtschaft

In jeder Region gelten abweichende Regelungen und Bestimmungen. Deshalb gibt es entsprechend auch unterschiedliche Hotlines für die jeweiligen Regionen.

Hier ist ein Merkblatt, auf dem Hotlines für viele Regionen zusammengetragen sind.

Für alle, die nicht unbedingt unter die Kategorie Kultur- und Kreativschaffende fallen, wurde eine Hotline von der Wirtschaftsbehörde geschaltet, über die sich Unternehmerinnen und Unternehmer persönlich informieren können. Dieses Angebot bezieht sich auf Fragen über mögliche staatliche Hilfsangebote.

Die Hotline ist montags - freitags von 9-17 Uhr zu erreichen: 040 428 41-1497

Für wirtschaftsbezogene Fragen hat das Bundeswirtschaftsministerium eine Hotline eingerichtet. Sie erreichen Sie montags-freitags von 9:00-17:00 Uhr:

030 18615 1515 6187. Außerdem gibt es vom Ministerium eine Hotline für Finanz- und Förderberatung, diese erreichen Sie montags-donnerstags von 9-16 Uhr unter 0 30 18615 8000

Wenn Sie Fragen zu Ausnahmegenehmigungen haben, wenden Sie sich an die BAFA-Hotline. Diese erreichen Sie unter 0 6196 908 1444 oder per E-Mail: schutzausruestung@bafa.bund.de

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